Du weißt sicherlich längst, was Glaubenssätze sind. Wahrscheinlich hast du auch schon einige bei dir erkannt - vielleicht sogar versucht, sie bewusst zu verändern.
Du hast dich gefragt, warum du abends wieder isst, obwohl du eigentlich satt bist. Warum dich ein Stück Schokolade mehr beruhigt als jede noch so vernünftige Entscheidung. Warum du dir immer wieder vornimmst, es diesmal anders zu machen – und dann doch in denselben Schleifen landest.
In meinen Coachings tauchen Glaubenssätze rund ums Essen fast in jedem Gespräch auf. Manche werden von meinen Klientinnen direkt zu Anfang schon ganz klar genannt:
„Nach dem Essen brauche ich immer etwas Süßes.“
„Ich habe einfach keine Selbstbeherrschung mehr.“
„Von kleinen Portionen werde ich nicht satt.“
Andere zeigen sich erst im Laufe der Gespräche.
Leise. Versteckt zwischen Nebensätzen.
Manchmal erst dann, wenn wir eigentlich schon über etwas ganz anderes sprechen.
Und genau da wird es interessant.
Denn oft sind es nicht die offensichtlichen Überzeugungen, die dein Essverhalten steuern –
sondern die, die du selbst noch gar nicht als Glaubenssatz erkannt hast.
Dieser Artikel soll eine Einladung sein, deine mentalen Gefängnisse zu entlarven.
Vielleicht kennst du einige davon bereits. Bei manchen wirst du innerlich nicken. Und bei ein oder zwei eventuell stolpern und denken:
„Moment … das habe ich so noch nie betrachtet.“
Hier sind 10 sehr typische Glaubenssätze rund ums Essen
1. Ich muss meinen Teller leer essen.
Dieser Satz sitzt tief. Tiefer als viele andere.
Vielleicht hast du als Kind gehört, dass morgen schlechtes Wetter wird, wenn du nicht aufisst.
Oder dass man Essen nicht verschwendet.
Oder dass man froh sein soll, überhaupt etwas zu bekommen.
Und irgendwann wurde aus einer Erziehungsmaßnahme ein inneres Gesetz.
Heute heißt das:
Du isst weiter, obwohl du längst satt bist.
Nicht aus Hunger. Sondern aus Pflichtgefühl.
Was dabei verloren geht, ist der Genuss – und dein natürliches Sättigungsgefühl.
Und das Tragische ist: Du hältst es für Vernunft.

Merke dir diese Glaubenssätze über Essen auf Pinterest.
2. Essen darf man nicht wegwerfen.
Dieser Glaubenssatz tarnt sich als Moral.
Woanders hungern Menschen.
Lebensmittel sind wertvoll.
Man schmeißt nichts weg.
Alles richtig. Und trotzdem problematisch.
Denn wenn die Alternative lautet, es noch schnell in dich hineinzustopfen, obwohl dein Körper längst genug hat –
ist das nicht wirklich die bessere Lösung.
Manchmal ist das Wegwerfen eines Restes gesünder
als das Übergehen deiner eigenen Grenzen.
Noch besser ist es natürlich den Rest einzufrieren, in den Kühlschrank zu stellen oder sich im Restaurant einpacken zu lassen.
Solange dieser Satz in dir aktiv ist, fühlt sich selbst ein halbvoller Teller nach einer Schuldfrage an.
3. Wenn ich mein Essverhalten ändere, muss ich leiden.
Viele Frauen tragen diesen Glaubenssatz, ohne ihn bewusst auszusprechen.
Er zeigt sich in Sätzen wie:
„Da muss ich jetzt durch.“
„Ohne Verzicht geht es nunmal nicht.“
Essen wird zum Gegner.
Veränderung zur Disziplinprüfung.
Und Genuss zu etwas, das man sich erst verdienen muss.
Selbst wenn du in anderen Lebensbereichen mit dieser Vorgehensweise erfolgreich bist und dein Leben im Griff hast, funktioniert das beim Essverhalten häufig nicht.
Kein Wunder, denn dein System rebelliert, wenn es nur noch Druck und keine Entlastung mehr bekommt.
Wenn Veränderung sich immer nur nach Strafe anfühlt, wird dein Unterbewusstsein alles dafür tun, dich zumindest in diesem überlebensrelevaten Bereich davor zu bewahren.
4. Von kleineren Portionen kann ich niemals satt werden.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl: Du lädst dir lieber etwas mehr auf den Teller. Nur zur Sicherheit.
Bevor du das Haus verlässt, isst du noch was oder packst dir Proviant ein, selbst wenn du zum Essen verabredet bist.
Nicht, weil du sicher weißt, dass du es brauchst – sondern weil da eine leise Unruhe mitschwingt:
„Ich weiß nicht, wenn es wieder etwas gibt.“
„Was, wenn es nicht reicht?“
Unsere Vorfahren mussten vorsorgen, weil es nicht an jeder Ecke einen Supermarkt gab, der bis spätabends geöffnet hatte. Du höchstwahrscheinlich nicht.
Und trotzdem kann dieser alte Überlebensimpuls in dir aktiv sein – besonders, wenn du deinem Körper in der Vergangenheit regelmäßig Mangel zugemutet hast.
Dann wird Essen zur Versicherung.
Nicht zur Nahrungsaufnahme.
5. Ich brauche meine tägliche Dosis Schokolade.
Oder Chips. Oder Kuchen. Oder Eis. Oder … du weißt schon.
Vielleicht sagst du das halb im Scherz.
Vielleicht ganz ernst.
Und nein – es geht hier nicht darum, dir die Schokolade auszureden.
Du darfst sie essen.
Du darfst sie genießen.
Du darfst sogar so viel davon essen, wie du möchtest.
Die spannendere Frage ist: Warum fühlt es sich manchmal nicht wie eine freie Entscheidung an?
Warum entsteht dieser Moment von „Ich brauche das jetzt“ – statt „Ich hätte Lust darauf“?
Oft ist nicht die Schokolade das Problem, sondern die emotionale Verknüpfung dahinter.
Wenn dein Nervensystem gelernt hat, dass Süßes beruhigt, tröstet oder Spannung abbaut, dann wird aus Genuss ein innerer Automatismus.
Und genau dieser Automatismus lässt sich lösen.
Das passiert nicht durch Verbote, die noch mehr Druck erzeugen. Auch nicht, indem du die Schokolade durch eine gesündere Alternative ersetzt, denn dein System akzeptiert in der Regel keine Ersatzbefriedigung.
Es passiert, indem du die innere Kopplung zwischen Gefühl und Essen entwirrst.
Und dann geschieht etwas Überraschendes:
Du darfst immer noch essen, was du willst.
Du willst nur plötzlich gar nicht mehr so viel.
Falls du dich das fragst: Selbstbeherrschung hat nichts damit zu tun. Es passiert, weil der innere Druck zu essen verschwunden ist.
6. Ich schaffe das nie. Mir fehlt einfach die Disziplin.
Dieser Satz taucht in Coachings erstaunlich oft auf. Manchmal direkt ausgesprochen oder aber auch versteckt hinter einem resignierten Schulterzucken.
„Ich bin halt so.“
„Ich habe einfach keinen Willen.“
Disziplin klingt stark.
Fast bewundernswert.
Aber wenn es um emotionales Essen geht, ist sie wie ein Hammer, mit dem du Papier schneiden willst.
Du kannst dich eine Zeit lang zusammenreißen.
Du kannst kontrollieren, planen, durchhalten.
Doch gegen innere Spannung, gegen unbewusste Impulse, kommt selbst der stärkste Wille irgendwann an seine Grenze.
Wenn du immer wieder „schwach wirst“, ist das kein Charakterfehler. Es ist ein Hinweis darauf, dass hier etwas Unbewusstes, Tieferes wirkt als bloße Entscheidungskraft.
Willst du dauerhafte Veränderung, kannst du da ansetzen.
7. Nur wenn ich schlank bin, werde ich geliebt.
Dieser Glaubenssatz ist selten so klar formuliert. Er tarnt sich hinter Gedanken wie:
„Dann fühle ich mich wohler.“
„Dann traue ich mich mehr.“
„Dann bin ich endlich zufrieden.“
Doch jede „Wenn-dann“-Verknüpfung hat eine Kehrseite.
Wenn du glaubst:
Wenn ich schlank bin, werde ich geliebt
bedeutet das umgedreht auch:
So wie ich jetzt bin, bin ich nicht liebenswert.
Und genau dieser Gedanke wirkt im Hier und Jetzt.
Er erzeugt Druck.
Selbstkritik.
Ein latentes Gefühl, nicht zu genügen.
Diese Spannung verschwindet nicht einfach, nur weil du dir vornimmst, weniger zu essen.
Im Gegenteil: Sie verstärkt sich.
Denn jedes Stück Schokolade ist dann nicht nur ein Lebensmittel, es ist ein Beweis.
Für Stärke oder Schwäche.
Für Kontrolle oder Versagen.
Für „ich bin gut genug“ oder „eben doch nicht“.
Solange Liebe an Bedingungen geknüpft ist, wird Essen unbewusst Teil dieser Verhandlung.
Dabei geht es nicht um Eitelkeit, denn dein System ist auf Zugehörigkeit und Annahme programmiert.
Und wenn du sie dir selbst verweigerst, sucht es nach Entlastung.
8. Nur wenn andere mein Äußeres mögen, kann ich mich selbst akzeptieren.
Vielleicht würdest du das so nie sagen.
Und doch kann ein Blick in den Spiegel reichen, um dir die Stimmung für den ganzen Tag zu versauen.
Wenn Anerkennung von außen entscheidet, wie du dich innen fühlen darfst, gerät dein Selbstwert in permanente Abhängigkeit.
Du wartest auf Rückmeldungen.
Auf Kommentare oder einfach Zustimmung.
Und solange diese von außen kommen muss, fühlt sie sich nie stabil an.
Der entscheidende Unterschied liegt hier: Holst du dir dein Gefühl von Wert immer wieder im Außen –
oder entsteht es aus dir selbst heraus?
Wenn dein inneres Fundament fehlt, versucht dein System, das Ungleichgewicht auszugleichen.
Oft durch Leistung.
Manchmal durch Anpassung.
Und regelmäßig durch Essen.
Dabei triffst du diese Entscheidung nicht bewusst, weil du Essen als Lösung ansiehst. Es ist nur am schnellsten verfügbar und bringt verlässlich Beruhigung, wenn das Gefühl von „Ich bin okay“ nicht von innen getragen wird.
Solange dein Selbstwert von äußeren Reaktionen abhängt, reagiert dein Essverhalten sensibel auf jede Bewertung. Erst wenn das Gefühl von „Ich bin genug“ aus dir selbst entsteht, verliert Essen diese zusätzliche Rolle.
9. Das ist genetisch. Da kann man nichts machen.
Dieser Satz wirkt beruhigend.
Fast entlastend.
„So bin ich eben.“
„Das liegt in der Familie.“
Natürlich prägt uns unser Umfeld.
Wir übernehmen wir Gewohnheiten, Rituale und auch Bewertungen.
Doch vieles, was wir für genetisch halten, sind erlernte oder von den Eltern übernommene Muster.
Essensregeln.
Der Umgang mit Gefühlen.
Die Rolle von Essen und Genuss.
Wenn du glaubst, dass alles festgelegt ist, nimmst du dir unbewusst jede Gestaltungsmöglichkeit.
Und bleibst in einer Rolle, aus der du vielleicht längst herausgewachsen bist.
10. Ich bin halt ein Genussesser.
Dieser Satz klingt fast sympathisch.
Er nimmt Druck raus und wirkt wie eine liebevolle Selbstbeschreibung. Und natürlich darfst du genießen. Doch die entscheidende Frage ist: Geht es wirklich nur um Genuss?
Genuss bedeutet, etwas bewusst wahrzunehmen. Langsam zu essen, Aromen wahrzunehmen und zu spüren, wann der Punkt erreicht ist, an dem es genug ist.
Interessanterweise nimmt der Geschmack mit jedem weiteren Bissen ab. Das erste Stück ist sehr intensiv, das fünfte schon weniger. Und irgendwann isst du weiter, obwohl du kaum noch etwas bewusst wahrnimmst.
Wenn du über dein Sättigungsgefühl hinaus isst, wenn du nebenbei, im Stehen oder vor dem Bildschirm snackst, hat das meist wenig mit Genuss zu tun.
Oft ist „Genussesser“ nur ein freundlicher Name für ein Essmuster, das längst automatisch abläuft.
Besonders am Abend.
Wenn der Tag vorbei ist und du das Gefühl hast, noch nichts Schönes erlebt zu haben, wird Essen plötzlich das Highlight des Tages.
Dann geht es nicht um den Geschmack auf deiner Zunge – sondern um das Gefühl, das du dir in diesem Moment verschaffen kannst.
Und genau hier liegt der Unterschied:
Du darfst genießen.
Du darfst essen, was dir schmeckt.
Doch wenn Genuss zur Begründung wird, um innere Spannung oder Leere zu übergehen, hat Essen eine zusätzliche Rolle übernommen, die ihm nicht gut steht.
Und dann gibt es noch die leiseren Überzeugungen …
Vermutlich hast du dich in dem ein oder anderen dieser Glaubenssätze wiedergefunden.
Vielleicht hast du innerlich genickt.
Oder gedacht: „Ja, genau das ist mein Thema.“
Doch in meinen Coachings zeigt sich immer wieder: Die offensichtlichen Sätze sind selten das ganze Bild.
An dieser Stelle zeigt sich oft ein weiteres Problem.
Viele versuchen, ihre Essgewohnheiten verändern, indem sie am Verhalten selbst arbeiten und nach den „richtigen“ oder einfach positiven Glaubenssätzen suchen.
Dabei übersehen sie etwas Grundsätzliches.
Die Glaubenssätze zeigen nur einen Teil des Bildes. Wenn du verstehen willst, warum viele gut gemeinte Strategien rund ums Essen nicht funktionieren und das Problem sogar ungewollt verstärken, lohnt sich ein Blick auf die blinden Flecken.
Sie erklären, wie Essmuster überhaupt entstehen und warum wir bei der Suche nach Lösungen oft an der falschen Stelle ansetzen.
Oft wirken unter den offensichtlichen Glaubenssätzen noch subtilere. Wir hören sie nicht in unseren Gedanken und könne sie oft auch nicht aus unserem Verhalten ableiten.
Und genau deshalb bleiben sie so lange unentdeckt.
Hier sind drei dieser noch unauffälligeren Überzeugungen, die dein Essverhalten beeinflussen können – ohne dass du sie überhaupt als solche erkennst.
#1 Ich verdiene es nicht, schlank oder glücklich zu sein.
Dieser Glaubenssatz ist sehr leise.
Er steht nicht auf deinem Teller.
Er wirkt im Hintergrund.
Vielleicht in Schuldgefühlen oder alten Verletzungen. Oder in dem Gefühl, dass du dir Leichtigkeit erst verdienen musst.
Wenn Glück mit schlechtem Gewissen gekoppelt ist, kann selbst ein entspannter Umgang mit Essen sich „falsch“ anfühlen.
Dann setzt sich kein rationaler Gedanke durch, sondern ein ungesehener Teil in dir, der Entspannung nicht zulassen kann.
Solche inneren Verträge veränderst du nicht mit Disziplin. Sie lösen sich erst, wenn sie auf einer tieferen Ebene erkannt und dann losgelassen werden.
#2 Ich brauche einen Schutz.
Dieser Gedanke klingt zunächst weit hergeholt.
Und doch zeigt er sich manchmal dort, wo Grenzen fehlen.
Wenn du schlecht Nein sagen kannst, Ärger lieber runterschluckst oder Konflikte vermeidest, obwohl sie dich innerlich beschäftigen.
Manche Menschen entwickeln unbewusst das Gefühl, sich ausdehnen zu müssen, wenn sie sich nicht genügend abgrenzen können.
Das ist keine bewusste Entscheidung, es ist eine Art inneres Schutzprogramm.
Dann wird der Körper zur Hülle, die Distanz schafft und als Puffer zwischen dir und der Welt funktioniert.
Solange dieser Mechanismus unbemerkt wirkt, reagiert dein Essverhalten nicht auf Hunger – sondern auf das Bedürfnis nach Sicherheit.
Sicherheit kann aber nicht durch Kontrolle entstehen, sie braucht innere Klarheit.
#3 Ich brauche Reserven für schlechte Zeiten.
Das ist vernünftig und etwas, was unser Überleben als Menschen Jahrtausende gesichert hat.
Vorsorgen.
Absichern.
Lieber ein bisschen mehr als zu wenig.
Ein Teil von uns trägt noch immer dieses alte Überlebensprogramm in sich: Sorge vor, bevor es knapp wird.
Das Problem ist nur, dass uns kein harter Winter und keine verheerende Missernte mehr bevorsteht.
Und trotzdem kann dein Körper auf Mangel reagieren, selbst wenn objektiv keiner da ist. Vor allem dann, wenn du ihm regelmäßig etwas wegnimmst.
Wenn du verbietest, dich einschränkst und Verzicht bewusst in Kauf nimmst. Dann lernt dein System: Es ist nicht sicher.
Und Sicherheit erzeugt es auf seine eigene Weise – durch Festhalten.
Solche Programme lassen sich nicht mit noch mehr Kontrolle beruhigen. Sondern erst dann, wenn dein System wirklich versteht, dass es in Sicherheit ist.
Dieser Artikel wurde am 09.06.2017 zum ersten Mal veröffentlicht und im März 2026 überarbeitet.

Liebe Martina Aust!
Vielen lieben Dank für diesen tollen Beitrag!
Ich habe mich wirklich in jedem Punkt wiedergefunden.
Momentan leide ich wieder unter starken Essanfällen( besonders mit Schokolade und Kuchen). Ich hatte seit letzten Juni mit Hilfe eines Coachings 20 Kilo abgenommen, und war stolz und glücklich. Aber seit einigen Wochen mache ich mir alles durch die Essanfälle wieder kaputt. Ich fühle mich ständig überfordert, hilflos, innerlich unruhig, allein und als totale Versagerin. Außerdem habe ich die Gedanken, wenn ich auf die leckeren Süßigkeiten verzichte, dass ich dann ja nichts mehr habe, was mir Freude bereitet und entspannt. Der Gedanke, keine Schokolade oder Kuchen mehr zu essen, macht mir richtig Angst. Aber wenn ich mir die Schokolade ect.erlaube, will ich immer mehr davon. Gibt es überhaupt einen Weg raus aus diesem Kreislauf?
Liebe Grüße Regina
Liebe Regina,
das, was du beschreibst, ist die typische Gegenreaktion, nachdem man bestimmte Lebensmittel eine Zeit lang weggelassen hat, bei denen man aber eine emotionale Verknüpfung hat.
Deshalb macht es dir Angst, das nicht mehr essen zu können, weil du dann keinen Zugang zu den Emotionen mehr findest. Das verändert sich in dem Moment, wo man genau auf diese tiefere Ebene geht und dort die Ursache erkennt und die Verbindung trennt. Dann darfst du Schokolade und Kuchen essen – dein Bedürfnis das zu tun ist aber deutlich weniger geworden.
Liebe Grüße
Martina
Liebe Martina, erstmal vielen Dank für deine wertvolle Arbeit und dass du den Focus auf die emotionale Seite gelenkt hast. Es ist nicht mein Körper, der hungert, es ist meine Seele. Ich hatte einen Moment, an dem mir so bewusst wurde, was Essen in meinem Leben bedeutet. Mein Diabetologe wollte mir ein Medikament geben, was bewirkte, dass mir übel wird, wenn ich zuviel esse und das erste was mir durch den Kopf schoss, oh mein Gott, was mache ich, wenn ich keine Essanfälle mehr haben kann. Es war so, als würde er mir meinen besten Freund wegnehmen. Ich komme aus einer Familie, wo es feste Mahlzeiten gab, eines geregelten Tagesablauf, gesundes Essen….aber…Es musste alles perfekt sein, innen, außen. Es war ein steriles Leben. Die Wärme habe ich mir im Essen geholt, bis heute….
Liebe Sylvia, das ist eine sehr wertvolle Erkenntnis, die Du da hattest. Solange wir versuchen unser Verhalten einfach nur zu kontrollieren, unterdrücken wir das Symptom. Wenn man aber herausfindet, warum man sich so verhält, weiß man plötzlich wo man ansetzen muss. Dann bekommt man die Chance die emotionale Verknüpfung zum Essen zu trennen. Liebe Grüße
Martina
Hallo Martina, ich Weiss nicht genau, wie man dass in einen Glaubenssatz kleiden kann, aber ich habe immer das Gefühl, dass es ganz schlimm ist, wenn eine Mahlzeit ausfällt. So, als bräuchte ich diese Regelmäßigkeit. Wenn ich dann etwas zu essen bekomme, überesse ich mich dann natürlich. Irgendwie habe ich Angst vor dem Hungergefühl. LG
Liebe Nicole, überprüfe mal für Dich, ob das eine Angst nicht genug zu bekommen bzw. eine Angst hungern zu müssen, sein könnte. Solche Ängste können beispielsweise aus eigenen Erfahrungen wie das klassische „ohne Abendbrot ins Bett“ als Bestrafung entstehen oder aus der Familiengeschichte mit Kriegen, Nachkriegszeit etc. übernommen worden sein. Man kann sie aber wieder loslassen bzw. lösen. Vielleicht findest Du in meinem Artikel über die unbewussten Ängste auch noch weitere Hinweise für Dich. LG Martina
Liebe Martina!
Mein Vater hatte 10 Geschwister und zu hause herrschte immer Mangel an allem, an Essen, Kleidung, Spielzeug und ja, auch an Betten, er musste sich das Bett mit zwei oder drei Brüdern teilen. Ich wünschte mir als Kind nichts sehnlicher als Geschwister. Dieser Wunsch wurde immer mit der Begründung abgelehnt, ich solle doch froh sein, dass ich mit niemandem teilen muss, nicht mein Zimmer, meine Geschenke, Spielzeug oder Süßes. Gleichzeitig musste ich mir immer anhören, wie schlecht es seiner Familie ging. Vielleicht resultiert ja mein Essverhalten daher, dass ich immer glaubte, diese Zeiten könnten wiederkommen, was bisher aber nie passierte. Das ist wohl mein oberster Glaubenssatz, der mir durch dich bewusst wurde. Nun fehlt also nur noch die Kleinigkeit der „Umprgrammierung“!
Liebe Grüße Gabika
Liebe Gabika,
freut mich, dass mein Artikel beim „Bewusstwerden“ helfen konnte ;-).
Die Auflösung von Glaubenssätzen wird in einem meiner nächsten Artikel noch mal ein Thema sein. Bis dahin findest Du in meinem Artikel zum Überessen (http://einfach-loslassen.com/allgemein/ueberessen/) schon mal ein sehr simples Ritual.
Liebe Grüße Martina
Hallo und vielen Dank für diesen Beitrag. Mir kam nahezu jeder Punkt bekannt vor. Worüber ich aber auch schon mehrmals nachgedacht habe ist, dass man es als älteres Geschwisterkind auch unterbewusst ab und an mit Neid zu tun hat! Bei manchen manefestiert sich dies bestimmt als eine Art Futterneid.
Viele Grüße
Liebe Marina,
freut mich, dass Dich der Artikel angesprochen hat.
Das mit dem geschwisterlichen Futterneid kann sich nicht nur bei den Mahlzeiten zeigen. Bei mir war mal der Adventskalender am 2. Dezember komplett leer. Ab da wurde er nur noch von Tag zu Tag befüllt 😉
Liebe Grüße
Martina