Intuitives Essen lernen: Warum es bei dir bisher nicht funktioniert

Vielleicht hast du schon das ein oder andere Buch und viele Blogartikel darüber, wie man intuitives essen lernen kann, gelesen. Trotzdem traust du dem Braten noch nicht so ganz oder du hast es gewagt aber da ist das Gefühl den Dreh noch nicht so richtig raus zu haben.

Es bleibt eine Herausforderung und ein gewisser Frust.

Intuitiv essen ist ein Programm, das von zwei Ernährungsspezialisten entwickelt wurde, um Menschen zu helfen, wieder normal zu essen, ihre Beziehung zu Essen zu heilen und Gesundheit losgelöst vom Körpergewicht anzustreben.

Was genau die Prinzipien von intuitivem Essen sind, habe ich in diesem früheren Artikel beschrieben.

Im Wesentlichen geht es darum sich nicht weiter von den von außen auferlegten Vorschriften und Verboten rund um die vermeintlich optimale Ernährung beeinflussen zu lassen.

Stattdessen hört man auf seinen eigenen Körper und lernt sein Hunger- und Sättigungsgefühl wieder zu spüren und ihm zu folgen.  

Ein prinzipiell sehr einfaches und gutes Prinzip.

Und vor allem eins, dass die mittlerweile erwiesene Tatsache, dass man durch Diäten und strenge Ernährungsregeln sein Gewicht nicht dauerhaft verändern kann, akzeptiert und mit diesen Erkenntnissen arbeitet.

So einfach und einleuchtend es klingt, ist es in der Umsetzung dann doch nicht.

Wie so oft im Leben ;-).

Intuitiv essen funktioniert für dich nicht? Das sind die Gründe.

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Was macht intuitiv essen lernen für dich zur Herausforderung?

1 | Du bist immer noch auf Diät.

Vielleicht nennst du es nicht mehr so. Es heißt jetzt Ernährungsumstellung, gesunde Ernährung, zuckerfrei, kohlenhydratarm oder Intervallfasten.

Und du versuchst es mit den intuitiven Essen zu kombinieren. Es kann ja nicht schaden, denn es ist ja gesund - hast du zumindest gelesen.

Die Sache ist nur die: Deinem Unterbewusstsein ist es völlig egal wie es heißt. Ob es gerade der heißeste neue Trend auf Pinterest und Instagram ist oder den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen entspricht.

Immer, wenn du dir selbst etwas vorenthältst, was du eigentlich gerne essen würdest, verzichtest du. Das heißt, du spürst in dem Moment einen Mangel. Egal, welche positive, motivierende Geschichte du dir selbst dazu erzählst.

Dieser Mangel wird in deinem System abgespeichert und muss irgendwann wieder behoben werden.

Wenn dir abends eigentlich nach Schokolade ist, und du stattdessen einen Joghurt isst, dann noch einen Apfel, dann ein Vollkornbrot und dann … am Ende doch die Schokolade.

Dann hast du den Mangel zwar hinausgeschoben, aber am Ende musste er doch behoben werden.

Insgesamt hast du dann mehr gegessen, als wenn du sofort die Schokolade genommen hättest. Es ist dann auch nur noch ein schwacher Trost, dass die anderen Sachen alle “gesünder” waren als Schokolade.

Verschobener Mangel muss irgendwann ausgeglichen werden, selbst wenn du es schaffst, es am selben Abend zu vermeiden. Dadurch steigt automatisch das Risiko, dass es zu einem späteren Zeitpunkt - mit vielleicht noch stärkerem Drang - passiert.
 
Welche (versteckten) Regeln gibt es noch bei deinem Essverhalten, die du nicht loslassen kannst?


2 | Du verwechselst Intuition mit Appetit.

Neulich habe ich irgendwo gelesen, intuitives Essen könnte ja allein deshalb schon nicht funktionieren, weil man sich ja nur mit ungesunden, kalorienhaltigen Sachen vollstopfen würde, wenn man seinem Appetit - also seiner Intuition - folgt.

Zunächst mal: Appetit und Intuition sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.

Appetit ist die Lust, ein Verlangen, etwas Bestimmtes zu essen. Und damit auch das Ergebnis deiner bisherigen Prägungen und des Mangels, den du unbewusst abgespeichert hast.

Intuition ist das, was du tiefer in dir spürst. Ein leises Wissen über das, was dir guttut und was nicht. Der erste Impuls, der oft schon da ist, noch bevor du etwas zu Ende gedacht hast.

Zugegeben, beim Essen ist das oft noch viel schwerer zu unterscheiden als im restlichen Leben.

Ich mache mal ein Beispiel: Du hast dich nach der Arbeit mit Freunden zum Essen verabredet. Du machst dich nach Feierabend auf den Weg zum Restaurant und freust dich schon (auch auf das Essen natürlich ;-)).

Ganz kurz taucht ein Gedanke von “die haben da doch so leckere Salate” vielleicht sogar mit einem entsprechenden Bild vor deinem inneren Auge auf.

Als du ankommst, studierst du erst mal die Karte und es hört sich mal wieder so Vieles echt lecker an, aber eben auch nicht besonders “gesund”. Du fragst auch noch die anderen, was sie essen und bestellst dann - einen Burger mit Pommes. Du isst alles auf, obwohl du schon vorher satt warst und fühlst dich danach irgendwie unwohl.  

An welcher Stelle war Intuition und wo Appetit oder ein Mangelgefühl am Werk?

Wenn du anfängst, Verbote und Regeln abzubauen, nimmt der Drang an die verbotenen Früchte zu kommen, ab.

Dann kannst du deine Intuition besser spüren - und ihr auch folgen.


3 | Dein Sättigungsgefühl braucht mehr als eine Erlaubnis.

Der Verlust deines Sättigungsgefühls ist ein Ergebnis eines jahrelangen Prozesses. Allerdings hat der weit weniger mit deinem Körper zu tun, als du vielleicht denkst.

Du hast in der Vergangenheit vielleicht unangenehme oder schmerzhafte Erlebnisse gehabt. Das haben wir alle, das bringt das Leben halt so mit sich.

Es scheint eine sinnvolle Entscheidung zu sein, sich daraufhin vor diesen Empfindungen selbst zu schützen. Ein Zeichen dafür sind solche Gedanken:

  • Die bekommen mich nicht noch einmal dazu, dass ich weine.
  • Das lasse ich nicht mehr an mich heran.
  • Damit habe ich abgeschlossen.

Man nimmt eine emotionale Schutzhaltung ein, versucht sich nicht mehr so leicht zu öffnen, um nicht mehr verletzt zu werden und macht sich damit unempfindlich.

Das hilft im Alltag besser zu funktionieren und sich nichts anmerken zu lassen.

Immer cool bleiben. Sich ein dickes Fell zulegen.

Damit kommt man scheinbar besser klar - ist nicht mehr so sensibel und empfindlich. Wird für andere leichter handhabbar.

Alles schon probiert? Ich auch.

Es gibt aber eine Kehrseite dieser Medaille: Um ganz ehrlich zu sein sogar zwei.

Zum einen bewirkt diese Schutzschicht, dass du dein Bauchgefühl nicht mehr gut spürst und damit kommt dir ein ganz wichtiger Teil deines inneren Navis abhanden. Das hat leider unerwünschte Nebenwirkungen in allen Bereichen des Lebens. Die bemerkst du allerdings erst viel später.

Mit der Zeit geht auch ein anderes Gefühl in dieser mittleren Region deines Körpers flöten - dein Sättigungsgefühl.

Du kannst dir dann zwar die Erlaubnis erteilen zu essen was und wie viel du willst und dabei nur auf deinen Hunger und dein Sättigungsgefühl zu hören, allerdings lässt sich das Thema mit der Unempfindlichkeit dadurch nicht ad hoc wieder zurückdrehen.

Du findest dein Sättigungsgefühl nur sehr schwer wieder. Und das kann sich so anfühlen, als ob intuitiv essen lernen bei dir nie funktionieren würde.

Das stimmt aber so nicht. Allerdings gibt es nur einen begrenzten Teil deines Essverhaltens, der auf diese Art - durch eine reine Verhaltensänderung - veränderbar ist.

Die Schutzschicht bleibt bestehen. Die kann nur durch Rückgängigmachen dieses jahrelangen Prozesses und durch das Loslassen der Emotionen, die sie aufgebaut haben, wieder abgebaut werden.


4 | Deine Essmuster sind stärker als deine Intuition.

Es stimmt, dein ursprüngliches, natürliches und völlig entspanntes Essverhalten ist noch in dir drin.

Die Art, wie du als Kind mal gegessen hast. Nur dann, wenn du Hunger hattest und nur so viel, bis etwas anderes wieder spannender war. Und wenn du mitten im Spielen warst, war das sowieso wichtiger als alles andere und du hast den Rest einfach ausgeblendet.

Kein Hunger.

Erinnerst du dich?

Es ist auch richtig, dass wir diesen natürlichen Umgang mit Essen verlieren, indem wir das Essen selbst, unser Verhalten und unseren Körper immer stärker bewerten und kontrollieren.

Wir verzichten, verbieten, lassen weg, bewerten als “ungesund” und “schädlich” und erzeugen damit mit nicht nur Mangel, sondern am Ende auch jede Menge Schuld- und Schamgefühle.

Da Verdrängung, Betäubung und Schmerzlinderung zu den Hauptursachen gehören, warum man zu oft oder zu viel isst, ist das der Beginn eines unguten Kreislaufs.

Warum intuitiv essen für dich bisher nicht funktioniert.

Dieser Ablauf kann dadurch, dass du die Verbote aufhebst und mehr auf das achtest, was du tatsächlich brauchst, deutlich verbessert werden.

Du bekommst dann auf Dauer wieder mehr Einfluss auf dein Essverhalten, weil der Heißhunger auf die verbotenen Lebensmittel dich nicht mehr kontrolliert.

Allerdings stecken hinter deinem Essverhalten in der Regel noch weitere Gründe. Vor allem emotionale Muster und Prägungen, die viel weniger offensichtlich sind.

Häufig gibt es ungute Gefühle, die wir schon sehr lange mit uns herumschleppen, ohne uns dessen wirklich bewusst zu sein. Und die bewältigen wir mit Essen, obwohl uns der Zusammenhang gar nicht bewusst ist.

Dazu gehört so etwas wie das Gefühl irgendwie “anders” oder so wie du bist “nicht richtig” oder nicht liebenswert zu sein. Dieses Grundgefühl ist immer da. In bestimmten Situation kommt es allerdings stärker an die Oberfläche. Das Völlegefühl im Magen kann es allerdings eine Zeit lang betäuben.

Dieser Ablauf passiert so schnell und automatisch, dass dir diese Verknüpfung gar nicht bewusst ist. Der Teller oder die Packung ist leer, bevor du irgendetwas realisiert hast. Das ist ein deutliches Anzeichen für ein emotionales Essmuster.

In diesem Fall helfen die Grundsätze des intuitiven Essens nur bedingt weiter. Der Auslöser für deinen emotionalen Hunger ist nämlich kein Mangel, der durch Nahrungsverzicht ausgelöst wurde.

Du kannst in einer Situation, in der solch ein Muster aktiv ist, deine Intuition und deine wahren Körpersignale auch nicht wirklich wahrnehmen.

Ganz im Gegenteil: Du weisst genau, dass du keinen Hunger hast - und isst trotzdem.

Denn der emotionale Mangel, der dieses Muster antreibt, ist stärker.


Wie kannst du trotzdem intuitives Essen lernen?

Intuitives Essen als natürliches, ungezwungenes und entspanntes Essverhalten, kannst du nur zu einem gewissen Teil wieder “lernen”.

Lass dich aber nicht entmutigen. Fang damit an.

Die Diätmentalität abzulegen und damit die Verbote und Verteufelungen einzelner Lebensmittel abzuschaffen, ist in jedem Fall Voraussetzung für eine Veränderung.

Ohne das geht es nicht.

Wenn du damit noch keinen umfassenden Erfolg hast, heißt das nicht, dass das der falsche Ansatz ist. Es heißt nur, dass (für dich) noch etwas fehlt.

Das was fehlt, sind die Essmuster, die nicht erst durch Diäten und Verbote entstanden sind.
Diese Verknüpfungen zwischen deinen unbewussten Emotionen und deinem Essverhalten müssen gelöst werden.
 
Unbewusst heißt: Durch reines Nachdenken kommst du in der Regel nicht weiter. Und bei sich selbst steht man sowieso meist auf dem Schlauch.

Du willst wissen, welche Essmuster das bei dir alles sein könnten?

Dann nutze meinen Wegweiser aus den Essmustern zum intuitiven Essen und finde heraus, was die Ursachen für dein Essverhalten sein könnten:

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