Deshalb schlägt dein Heißhunger am Abend zu.

​Kommt dir das irgendwie bekannt vor? Den ganzen Tag ernährst du dich vernünftig und gesund und bis zum frühen Nachmittag bist zu sogar fast stolz auf dich. Aber dann fängt es an zu bröckeln.

Erst ist es nur so ein kleiner Snack bei der Arbeit zwischendurch aber sobald du nach Hause kommst und erst recht, sobald dein Hintern die Couch berührt hat, ist scheinbar eine magische Grenze überschritten. Da tauchen plötzlich Gelüste auf, die definitiv nichts mit Hunger zu tun haben - der Heißhunger am Abend schlägt erbarmungslos zu.  

Die Ursachen dafür haben nichts mit rationalen und ebenso banalen Faktoren wie der Zusammensetzung deiner Mahlzeiten, der Größe deiner Portionen, den Uhrzeiten zu denen du gegessen hast oder der Stärke deines Willens zu tun.

Wenn du in diesem Teich nach einer Erkenntnis fischst, wartest du ewig und bekommst deinen eigentlichen Grund nie an den Haken.

Diese Heißhunger Ursachen liegen in einem anderen Bereich, der dir im Alltag wahrscheinlich nicht bewusst ist.


5 Gründe warum dein Heißhunger am Abend zuschlägt

1 | Deine Gefühle müssen betäubt werden.

Wenn du dich von diesem Thema angesprochen fühlst, isst du vermutlich abends nicht nur zu viel, sondern auch zu schnell und zu unbewusst.

Das sind Zeichen dafür, dass es dir in erster Linie nicht um den Genuss geht und auch nicht darum dich für dein Tageswerk zu belohnen. Das sind in vielen Fällen Fehlinterpretationen der abendlichen Gelüste.

Meistens geht es darum, möglichst schnell Ruhe an der Front deiner unangenehmen Emotionen zu bekommen.

Überessen ist oft ein Signal dafür, dass du unbewusst versuchst deine Gefühle oder deine undefinierbar unangenehme Stimmung zu dämpfen.

​Da das Völlegefühl in derselben Region auftaucht, wo normalerweise dein Bauchgefühl dir sagen würde, wie du dich gerade fühlst, funktioniert das leider auch sehr gut. Es macht dich taub für das, was sich da von unten aufsteigen will, sobald du abends zur Ruhe kommst.

In Kombination mit Alkohol funktioniert das doppelt gut, hat allerdings gleichzeitig den Nachteil, dass der Alkohol deine Fähigkeit, deine Gefühle unter Kontrolle zu halten, schwächt.

Wenn du dich dazu entscheidest, herauszufinden wie du dich fühlst und das auch wirklich wahrzunehmen, kannst du diese Gewohnheit langsam verändern.

Die Umsetzung ist allerdings nicht ganz so leicht, denn meist hat dieser Automatismus schon zugeschlagen, bevor du auch nur gemerkt hast, dass da etwas vor sich geht.

Stichwort: Wo kommt eigentlich diese leere Packung her?

Von daher ist es notwendig schon etwas früher anzusetzen und nicht erst in dem Moment, wo dieses Essmuster wie ein unsichtbares Programm in deinem Unterbewusstsein bereits gestartet ist.

Der erste hilfreiche Schritt ist Toleranz.

​Sei tolerant all deinen Emotionen gegenüber. Schließe keine aus oder diskriminiere sie. Egal wie unangenehm oder peinlich es im ersten Moment erscheint.

Gestehe dir selbst zu, auch mal ohnmächtig, wütend, verletzt oder enttäuscht zu sein. Das macht dich nicht zu einem schlechten oder schwachen Menschen.

Egal wie viel Verantwortung du trägst, wie viele Menschen auf dich zählen und was noch alles zu erledigen ist - deine Gefühle sind wichtig und haben ihre Berechtigung.

Niemand kann immer alles im Griff haben und jeden Bereich seines Lebens mit Disziplin und Kontrolle managen. Bei deinen Emotionen funktioniert das nicht - dein Essverhalten ist ein deutliches Zeichen dafür.


2 | Du bist ein Staubsauger.

Auffallend häufig haben die Frauen, mit denen ich in meinen persönlichen Beratungen ​arbeite, schon in ihrer Ursprungsfamilie eine wichtige Rolle für die Gemeinschaft oder einzelne Personen gespielt.

Sie haben schon früh Verantwortung übernommen. Dafür, dass sich alle gut verstehen, gut fühlen und allgemein Harmonie herrscht. Möglicherweise sogar als Gegenpol zu einem anderen Familienmitglied, dass eher schlechte Stimmung verbreitet hat oder sogar auf Krawall gebürstet war.  

Dadurch entwickelt sich ein feiner Radar für die Stimmungen, Ängste, und Nöte anderer Menschen. Man tendiert dazu, mit einem Teil seiner Aufmerksamkeit immer beim Gegenüber zu sein und abzuchecken, wie es ihm geht und wie er auf das reagiert, was man selbst oder andere gerade gesagt haben.

Im Prinzip eine sehr gute Eigenschaft, wenn man mitfühlend und empathisch ist. Stimmt.

Je mehr man dieses Verhalten perfektioniert, desto anstrengender kann es allerdings für einen selbst werden.

Denn es ist ein schmaler Grat zwischen Mitgefühl und Mitleid (den Unterschied habe ich hier schon einmal beschrieben) Wenn du anfängst mitzuleiden, lädst du dir häufig mehr auf, als du selbst bewältigen kannst.

Zu deinen eigenen Emotionen kommen dann auch noch die deiner Mitmenschen hinzu. Um selbst wieder ins Gleichgewicht zu kommen, benötigst du dann zusätzliche Kraft, Ruhe und neue Energie.

Hinzu kommt, dass dein Umfeld schnell spitz kriegt, welche hervorragenden Kompetenzen du da ausgebildet hast. Deshalb werden sie wahrscheinlich nicht nur bereitwillig genutzt, sondern auch regelmäßig überstrapaziert.

Schön ist, wenn sich andere einem gegenüber öffnen und sich einem anvertrauen können. Belastend wird es, wenn sie ihre sich wiederholenden Themen und immer neuen Dramen ständig bei dir abladen und dabei selbst wenig aktiv werden.

​Das führt zu noch mehr emotionalem Ballast in deinem Rucksack. Den trägst du mit dir herum, bringst ihn abends mit nach Hause und musst ihn irgendwie bewältigen.

Wenn du zusätzlich noch einen Job hast, in dem zu viel Kontakt zu Menschen - vor allem unzufriedenen oder unglücklichen - hast, dann ist dieser Effekt natürlich noch um ein Vielfaches größer.

Mache dir bewusst, wie viel du über den Tag verteilt anderen emotional abnimmst oder die Atmosphäre wie ein Staubsauger reinigst, um Konflikte zu vermeiden und Harmonie zu schaffen. Und an welchen Stellen du Päckchen übergeben bekommst, die nicht deine eigenen sind, die du aber bereitwillig weiter trägst.   

Wo kannst du besser für dich selbst sorgen, indem du mehr bei dir bleibst? An welchen Punkten kannst du vermeiden die Lasten anderer zu übernehmen und trotzdem Verständnis und Mitgefühl aufbringen?


3 | Deine emotionalen Energieverluste erzeugen Gelüste.

Es gibt Dinge, die ermüden. Wenn man sich früher am Wochenende die Nächte um die Ohren geschlagen hat und nicht nur samstags, sondern auch freitags und manchmal sogar sonntags unterwegs war. Ich selbst erinnere mich nur noch ganz dunkel ;-).

Oder wenn du tagelang hinter total aufgedrehten Kleinkindern herrennst.
Oder es ausnahmsweise mal mit dem Sport übertrieben hast.

Dann kommst du mit entsprechender Ruhe und ein paar ordentlichen Mützen Schlaf wieder in die Reihe. Wenn dein Körper dabei mit Hungergefühlen reagiert, ist das ein Signal für einen Energieverlust, der wieder aufgefüllt werden will.  

5 Gründe warum dein Heißhunger am Abend zuschlägt

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Wenn du längerfristig eine Belastung hast, die dich nicht in erster Linie körperlich, sondern emotional erschöpft, kann sich das abends ähnlich anfühlen.

Der ständige Kampf gegen Windmühlen, Situationen in denen man viel diskutiert aber keinen Schritt weiter kommt und sich immer wiederholende Gedankenschleifen, die man nie abschließen kann, können einen energetisch auslaugen.

Das Gefühl ständig auf Reserve zu laufen entsteht, weil man die eigenen Bedürfnisse runterpriorisiert hat und sie damit dauerhaft unerfüllt bleiben.

Das Signal, das du spürst, fühlt sich an wie Hunger - ist es aber nicht.

Finde heraus, wo du dauerhaft Energie verlierst und was du an diesen Situationen aus eigener Kraft verändern kannst. Frage dich, welche Möglichkeiten emotional aufzutanken du regelmäßig in dein Leben mit einplanen kannst.


4 | Du hast noch gar nicht gespielt.

Das soll es für heute schon gewesen sein? Echt jetzt?

Meine kleine Schwester hat meiner Mutter früher manchmal erklärt, sie könne noch nicht ins Bett gehen, weil sie noch gar nicht gespielt habe.

Klarer kann man das nicht ausdrücken. Je älter man wird, desto unbewusster wird einem dieses wichtige seelische Bedürfnis allerdings.

Dein tägliches Leben hält so ganz von alleine wahrscheinlich wenig beglückende Momente für dich bereit. In erster Linie geht es darum alles zu wuppen und keinen der vielen Bälle fallen zu lassen, mit denen du jonglierst.

Abends auf der Couch wird dir das schmerzlich bewusst. Der Tag ist schon wieder vorbei und du hast eigentlich nur durchgehalten. Es war wenig dabei, was du so richtig genossen hast.

Es fühlt sich insgesamt irgendwie unrund an, als ob noch etwas Wichtiges fehlen würde. Am liebsten würdest du das auch noch schnell erledigen, diese unangenehme Leere füllen.

Essen kann und muss diesen Job übernehmen, weil es verfügbar ist, schnell wirkt und keine unangenehmen Fragen stellt.

Die höchste Qualifikation dazu haben übrigens Süßigkeiten, denn sie sind meist mit emotionalen Verknüpfungen aus deiner Kindheit aufgeladen.

Vor allem das erste Stück Schokolade, der erste Keks oder der erste Bissen vom Teilchen erwecken den Eindruck, als ob du mit ihnen den verpassten Spaß und die fehlende Freude nachholen könntest.

Der Effekt nimmt allerdings mit jedem weiteren Bissen ab und wird irgendwann von deiner Reue und ersten Schuldgefühlen überlagert.

Anstatt Pläne zu schmieden, wie du dir beim Essen noch weglassen oder ersetzen kannst, plane bewusst mehr Aktivitäten in deinen Alltag ein, die dir Spaß machen und die du von ganzem Herzen genießen kannst. Es ist einen Versuch wert.


​5 | Du ​bist zu diszipliniert.

Was jetzt? Fehlt da nicht ein "un"?

Nein, tut es nicht.

Je kontrollierter, bewusster, gesünder und disziplinierter du dich den ganzen Tag über ernährst, desto größer ist die Gefahr, dass du das abends nicht durchhalten kannst.

Es ist dasselbe Prinzip, wie bei einer Diät, die du mit großer Motivation startest, bei der du erste Erfolge erzielst, eine Zeit lang durchhältst aber irgendwann einknickst und dich geschlagen gibst. Was die Ursachen dafür sind, kannst du hier nachlesen.

Selbst wenn du deinem Körper alles gibst, was er an Nährstoffen braucht und auch die richtige Menge zu dir nimmst - dein Körper ist keine Maschine. Er ist gleichzeitg Signalgeber für deine Emotionen und drückt auch deine seelischen Bedürfnisse aus. Wie sonst sollten sie sich bemerkbar machen?

Deshalb kannst du bei optimaler Nahrungszusammensetzung trotzdem emotional auf Reserve laufen. Weil du dir das vorenthältst, was durch bestimmte Prägungen und Verknüpfungen einen emotionalen Nährwert für dich hat.

Gemüsesticks lösen einfach nicht dieselben Emotionen in dir aus wie Kinderschokolade. Das lässt sich mit der besten Ernährungsform der Welt und den allerbesten Fakten leider nicht wegdiskutieren.

Wenn du deine emotionalen Bedürfnisse den ganzen Tag ignorierst und dich nach einem Plan in deinem Kopf ernährst, speichert dein Unterbewusstsein diesen Mangel ab und muss dir abends umso deutlichere Signale senden.

​Hallo, da sind emotionale Bedürfnisse, die noch nicht befriedigt wurden!

Zu diesem Zeitpunkt bist du allerdings schon nicht mehr in deiner vollen Kraft, denn du hast ja schon den ganzen Tag durchgehalten. Das Risiko, das jetzt deine Essmuster zuschlagen und du ihnen nicht mehr viel entgegenzusetzen hast, ist also groß.

Deine Mini-Diätkarriere, die morgens noch so hoffnungsvoll begann, scheitert bereits abends schon wieder.

Und am nächsten Tag startest du voller Hoffnung wieder neu.  

​Was deine emotionalen Reserven leert und wie du sie wieder auffüllst:

Was deine Reserven ​leert:
  • ​Multitasking
  • ​Überverantwortlichkeit
  • ​ungesunde Beziehungen
  • ​anderen gefallen wollen, nicht nein sagen können
  • ​Stress, Belastung, Anspannung
  • ​innere Konflikte
  • ​Streit und Auseinandersetzungen, Schreien
  • ​Zwang, Verbote, Verzicht (Kampf)
  • ​negative Gefühle (Wut, Angst, Scham)
  • ​negative Gedanken (Selbstverurteilung)
Was deine Reserven auffüllt:
  • ​Spielen, Freude, Humor
  • ​(echte) Freundschaft
  • Liebe und Zuneigung
  • Verbindung mit anderen
  • Erfolgsgefühle und Stolz
  • Dankbarkeit
  • Kreativität (Dinge, die du freiwillig und gerne tust)
  • Musik (hören, tanzen, singen)
  • Kontakt mit der Natur
  • Zeit allein verbringen
  • Meditation

Wenn sich die emotionalen Reserven regelmäßig leeren und wir keine Routinen haben um sie wieder aufzufüllen, entwickeln sich mit der Zeit Ersatzhandlungen.

Das Essen ist dabei allerdings nur eine mögliche Maßnahme. Je nach persönlicher Prägung gibt es auch noch andere Beschäftigungen, die teilweise auch in Kombination auftauchen.


Unbewusste Muster zum Auffüllen der Reserven:
  • ​Essen als Ersatz für eine emotionale Tankfüllung
  • ​andere Ersatzhandlungen wie Fernsehen, Shoppen etc.
  • ​Probleme oder Dramen erzeugen, um Aufmerksamkeit und Fürsorge zu bekommen (vor allem bei Kindern aber nicht nur ;-))
  • ​Kampf um Liebe und Wertschätzung
  • ​sich bei anderen bedienen


Das größte Problem bei diesen Ersatzhandlungen ist, dass diese Energie nicht dieselbe Qualität hat, wie die, die du aus dir selbst heraus produzierst. Deshalb wirkt sie nur kurzfristig und man versucht instinktiv die Dosis zu erhöhen.

Es braucht Zeit, Geduld und Mitgefühl mit dir selbst, wenn du deine unbewussten Ursachen für Heißhunger am Abend und deine Gelüste erkennen willst. Diese sehr häufigen Gründe können bei dir zutreffen oder in einigen Punkten durch deine persönliche Prägung davon abweichen.

Je genauer du in dich hineinfühlst, desto besser erkennst bei dir die Verknüpfung zwischen Essen und deinen emotionalen Bedürfnissen und damit deine persönlichen Heißhunger Ursachen.

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