Selbstakzeptanz lernen: 5 positive Glaubenssätze, die dir dabei helfen.

Arbeitest du ständig an dir selbst? Daran, jeden Tag ein bisschen besser zu werden? Sehr löblich. Allerdings kann es sein, dass du dich dabei zu sehr auf deine Schwächen konzentrierst. Beim Kampf gegen die Dinge, die du nicht ändern kannst, kann es passieren, dass deine Selbstakzeptanz auf der Strecke bleibt. 

Ok, denkst du jetzt vielleicht - und was ist so schlimm daran? Ich will mich ja verändern, also muss das Alte gehen.

Der Haken daran ist nur, dass man bei aller Fähigkeit zur Selbstkritik leicht mal zu hart mit sich selbst in Gericht geht und in die Selbstablehnung verfällt.

Ohne den Meilenstein der Selbstakzeptanz passiert zu haben, kommt man allerdings nicht auf den Weg zur Selbstliebe

Selbstakzeptanz oder Selbstannahme bedeutet dabei, aufzuhören gegen sich selbst anzukämpfen, indem man sich bewusst macht, wie man sich selbst bewertet und wie die eigene innere Stimme mit einem spricht.

Wenn man die Aufmerksamkeit von den eigenen Schwächen weg auf die inneren Potenziale lenkt, hört man automatisch auf, so hart mit sich selbst in Gericht zu gehen. Dann richtet man den Blick nicht länger von aussen auf sich, sondern bleibt bei sich und sucht das eigene Glück nicht mehr in der Anerkennung von außen.

Wahrscheinlich würde allerdings jetzt kaum jemand spontan aufzeigen und sagen: Ich glaube, dass ich mich selbst öfter mal ablehne. Das findet eher unbewusst und sehr subtil statt.

Selbstakzeptanz lernen

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Arten, auf die wir uns subtil ablehnen:

… eigene Grenzen nicht akzeptieren, sondern überschreiten

… Schuld- und Schamgefühle zulassen

… uns nichts gönnen

… eigene Fähigkeiten nicht wertschätzen

… Fehler nicht verzeihen

… neidisch auf andere sein

… zu ungeduldig mit uns selbst sein

… unsere innere Reaktion auf Fotos von uns selbst

… uns für nicht gut/attraktiv/liebenswert genug halten

Fehlende Selbstakzeptanz steckt auch in Glaubenssätzen, die so beginnen:

Ich bin einfach nicht … 

Ich bin immer so …

Ich kann halt nicht  …

Ich mache immer ...

Oft entstehen diese falschen Glaubenssätze daraus, dass wir unsere Stärken noch nicht erkannt haben, an den falschen Stellen nach ihnen suchen oder uns zu sehr mit anderen vergleichen.

Wenn wir das dann möglichst schnell weghaben und ändern wollen, übersehen wir das eigentliche Potenzial, das wir in uns haben. Das hält uns nicht nur permanent in einem kräftezehrenden Widerstand gegen unsere eigene Persönlichkeit gefangen, sondern macht auf Dauer auch unglücklich.

5 positive Glaubenssätze, die deine Selbstakzeptanz fördern

1. Ich höre auf mich selbst, meine Gefühle und meinen Körper.

Dein Körper und deine Seele kommunizieren ständig mit dir. Du erhältst Informationen darüber, wie es dir geht und was du brauchst. Aber auch darüber, was dir guttut und was eben nicht.

Die Sache ist nur die: Wir hören nicht hin.

Weil wir anders konditioniert worden sind. Deshalb lassen wir uns nicht von unseren Gefühlen leiten, weil das ja unprofessionell ist.

Weil man durchhält und nicht vorzeitig aufgibt. Macht man eben nicht.

Härte sich selbst gegenüber scheint eine Art Tugend zu sein, für die man auch noch Anerkennung bekommt.

Je nachdem in welchem Umfeld du aufgewachsen bist und welchen Beruf zu gewählt hast, kann es sein, dass du taub für die feinen Signale aus deinem Inneren geworden bist.

Wenn du den Punkt überschritten hast, wo du in deiner Kraft bist oder dich optimal auf etwas konzentrieren konntest und merkst, dass es anstrengend wird - höre auf.

Das ist dann eine Botschaft deines Körpers und keine Faulheit.

Der Gedanke, dass du nur noch eine bestimmte Zeit durchhalten musst, um dein Ziel zu erreichen, ist meist eine Illusion. Denn in diesem Zustand bist du längst nicht mehr so produktiv wie vorher.

Wenn du eine Pause machst oder an einem anderen Tag weitermachst, bist du in Summe  wahrscheinlich wesentlich schneller, produzierst ein besseres Ergebnis und verlierst auch deutlich weniger Energie.

2. Mit meinem inneren Dialog beeinflusse ich meine Stimmung positiv.

Von den tausenden von Gedanken, die wir jeden Tag haben, ist nur ein verschwindend geringer Teil positiv und damit stärkend.

Der Rest - du ahnst es schon - zieht dich nur runter.

Den größten Einfluss haben dabei die Gedanken über uns selbst. Da geht es in der Regel um Selbstkritik und Abwertung. Alles ganz weit weg von Selbstakzeptanz.

Unser innerer Miesmacher wartet nur darauf, dass wir einen Fehler machen oder uns in einer wichtigen Situation nicht perfekt verhalten. Dann macht er die Mücke zum Elefanten und reibt sie uns unter die Nase.

Er ist darauf fixiert, alles aufzuspüren, woran man rummeckern könnte. Nichts entgeht seinem feinen Radar. Er hört alles mit, unmöglich irgendetwas vor ihm zu verbergen.

Datenschutz und Privatsphäre Fehlanzeige.

Am schlimmsten ist es, wenn du versuchst mit ihm zu diskutieren, denn er hat immer das letzte Wort. Schlimmer als deine Mutter. Keine Chance.

Du kannst ihm nur den Saft abdrehen, indem du dich auf keine Diskussion einlässt. Ignoriere die aufkommende Kritik und richtest dich bewusst auf die positiven Aspekte deiner Erfahrungen aus. Denn diese inneren Dialoge mit deinem stärksten Kritiker führen zu nichts und versauen dir nur den Tag. 

Entlarve diese Stimme in dir, hinterfrage ihre Motive und lege dir eine Strategie zurecht, wie du sie leiser drehen kannst.

So kannst du deine tägliche Grundstimmung positiv verändern. 

3. Ich bin irgendwie anders und damit ganz normal.

Glaubst du tief in dir drin, dass du irgendwie anders bist als andere? Dass es leichter wäre, wenn du eben nicht so sehr wie du, sondern eher so wie die anderen wärst?

Vielleicht würdest du auch mehr Anerkennung und Wertschätzung bekommen, wenn du so wärst wie deine Schwester, Freundin oder Kollegin.

Soll ich dir ein Geheimnis verraten?

Sehr, sehr viele Menschen denken, dass sie irgendwie anders sind als andere. Vielleicht auch nicht liebenswert genug oder einfach nicht genug. Manchmal vielleicht auch etwas komisch oder zu schwierig. Zu langsam. Zu leise. Zu sensibel.

Die Angst vor Ablehnung ist so groß, dass wir uns alle möglichen Erklärungen zurechtgelegt haben, warum andere nicht so auf uns reagieren, wie wir es uns wünschen.

Und weil wir auch gelernt haben, dass man sich anpassen, am besten nicht auffallen und auf keinen Fall anecken sollte. Denn nur so können wir sicherstellen, dass wir nicht ausgeschlossen werden.

Deshalb sehen wir unsere Einzigartigkeit als Problem an. Als etwas, dass wir verstecken müssen, wofür wir uns im schlechtesten Fall sogar schämen müssen.

Weil wir uns aber alle so verhalten und diese besonderen Seiten nach außen verbergen, verstärkt das dann das Gefühl bei jedem einzelnen, anders zu sein und nicht dazuzugehören.

Also, sei dir sicher, wenn du dich irgendwie anders fühlst, bist du damit nicht allein und deshalb dann auch wieder ganz normal.

Nicht, dass das irgendwie erstrebenswert wäre, ich wollte es nur mal erwähnen 😉.

4. Ich vergebe mir selbst und lasse meine Vergangenheit los

Solange du der Überzeugung bist, du hättest in der Vergangenheit etwas anders machen müssen, um ein anderes Ergebnis zu bekommen, machst du nur eins: Du lebst in der Vergangenheit.

  • Falsche Familie.
  • Falscher Job.
  • Falsche Beziehung.
  • Falsche Freunde.
  • Falsche Entscheidung.

Wo könnte ich heute stehen, wenn das alles nicht gewesen wäre? Solange du mit dir selbst haderst, akzeptierst du die Gegenwart und dich selbst nicht so wie du bist. 

Selbstakzeptanz beinhaltet auch alle deine vermeintlichen Fehlentscheidungen. Wenn du Teile deines Weges ablehnst und im Nachhinein noch anders haben willst, bleibst du stecken.

Die Realität und die Vergangenheit verändern zu können, ist eine Illusion. Wenn du das versuchst, fällst du immer wieder zurück und startest ständig von vorne.

Das fühlt sich dann an wie bei „Mensch ärgere dich nicht“, nur eben mit dem Ärger und dauerhaftem Kampf.

Es gibt keine Fehler.

Du hast es zu jeder Zeit in deinem Leben so gemacht, wie du dachtest, dass es am besten für dich wäre. Du hast ein inneres Navigationssystem, dass dir hilft und dir Signale sendet.

Deine Intuition.

Wenn du sie nicht hörst oder bewusst gegen dieses innere Gefühl entscheidest, kann es passieren, dass das Ergebnis nicht viel mit dem zu tun hat, was du dir eigentlich für dein Leben wünschst.

Aber wenn dir das klar ist, hast du die Möglichkeit hinzusehen und zu erkennen, was dir vorher vielleicht nicht bewusst war.

Von daher gibt es keine falschen Wege oder so etwas wie Versagen.

Es gibt Erfahrungen, aus denen du gelernt hast und die dich zu dem Menschen gemacht haben, der du heute bist.
 

Am Ende lernst aus deinen Verlusten genauso viel wie aus deinen Erfolgen.

Das ist kein Grund an dir zu zweifeln, sondern dich dafür zu beglückwünschen, dass du es jetzt besser weißt und damit auch in Zukunft anders machen kannst. 

Hast du das für dich erkannt, steht deiner Selbstannahme nicht mehr viel im Weg.

Oder doch?

5. Ich konzentriere mich auf meine Stärken.

Wir haben unsere Stärken, Talente und Begabungen nicht zufällig in die Wiege gelegt bekomme. Sie haben einen Sinn.

Es sind Hinweise darauf, was wir uns für dieses Leben vorgenommen haben. Suchst du deine Berufung oder willst du wissen, was der Sinn deines Lebens ist, dann sind sie gute Ansatzpunkte.

Denn niemand anderer hat diese genaue Kombination von Fähigkeiten, Erfahrungen und Wissen wie du. Kümmere dich also um deine Stärken und folge ihnen.

Wenn du dich auf deine Schwächen konzentrierst, wirst du niemals das finden, was dich ausmacht, erfüllt und am Ende auch glücklich macht. 

Stärke deine Stärken anstatt deine Schwächen beheben zu wollen.

Du bist keine Maschine, du musst also auch nicht repariert werden. Du musst auch nicht anders werden, weil andere es sich von dir wünschen.

Erkenne, wer du bist, was dir wichtig ist und was du dir wünschst. Wenn du dann etwas entdeckst, was dir dabei im Weg steht, versuche herauszufinden wo es herkommt und wie du es aus dem Weg räumen kannst.

Aber schau vor allem immer darauf, wo es dich hinzieht, was deine Leidenschaft ist, was du besonders gut kannst und was dir leichter fällt als anderen. Unsere Talente und Fähigkeiten sind kein Zufall, sie sind nützliche Werkzeuge.

Es ist nicht ganz einfach dahinterzukommen, vor allem wenn man viele Leidenschaften und Interessen hat. Je mehr davon du aber in deinem täglichen Leben einsetzen kannst, desto näher kommst du deinem eigentlichen Wesenskern.

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Ich hasse Spam genauso wie du und beachte den Datenschutz. Abmeldung jederzeit möglich.

Gib dir einen Ruck und ändere die Perspektive. Vielleicht hat man dir in deiner Familie bisher immer subtil suggeriert, dass du anders oder nicht gut genug bist. 

Wenn du z. B. bisher immer dachtest du seiest zu leise und zu langsam, überlege welche Stärken dahinter verborgen sein könnten.

Kann es sein, dass du dafür gründlich, sorgfältig, effizient und nachhaltig bist? Welche Vorteile bringen diese Eigenschaften gegenüber denen, die du nicht hast?

Hinterfrage deine bisherige Bewertung, richte deinen Fokus auf Selbstannahme, indem du deine Eigenschaften so akzeptierst, wie sie dir gegeben sind und entdecke das Potenzial, das darin steckt.

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