Mit diesen 3 Listen kannst du dein Denken verändern und glücklicher werden.

​Mit nichts anderem in meinem Leben stresse ich mich selbst mehr, als damit, immer nur das noch Unerledigte im Blick zu haben. Früher hatte ich auch ein Symbol oder besser gesagt ein Mahnmal dafür: Die To-do-Liste. Mit ihr konnte ich mir immer wieder vor Augen führen, was noch zu tun ist und dass es keinen Grund gibt schon zufrieden zu sein.

Sie lag immer in Sichtweite. Und immer waren die Bestellungen bei amazon schon erledigt und die Steuererklärung und alle Bank- und Versicherungsangelegenheiten verfolgten mich noch hakenlos bei jedem Schritt in meinen Gedanken.

Ein echter Schlechte-Laune-Garant.

Irgendwann habe ich es einfach mal gewagt: Ich habe aufgehört solche Listen zu schreiben - vor allem für das Wochenende. Denn ich überschätze die Zeit und unterschätze den Aufwand der einzelnen Punkte, ein Dilemma in EndlosschIeife.

Wenn dir jetzt der Schweiß ausbricht bei dem Gedanken daran, ohne To-do-Liste überleben zu müssen, kann ich dich beruhigen. Ich versinke trotzdem nicht im Chaos.

Der Grund ist folgender: Ich vertraue auf meine Intuition. Ich erledige Dinge dann, wenn sie mir einfallen. Denn es hat einen Grund warum sie mir zu einer bestimmten Zeit einfallen.

Ich schreibe sie nicht auf eine immer weiter wachsende Liste, sondern erledige es. Fange zumindest schon mal damit an.

Gleichzeitig habe ich auch angefangen positive Listen zu schreiben, die mich stärken. Angefangen hat es mit der Erledigt-Liste. Die hat mich viel mehr motiviert dranzubleiben, weil ich den Fortschritt dokumentiert habe und nicht den Berg, der noch unerledigt ist.

Führe diese 3 Listen, um deine Bedürfnisse zu erkennen und dich glücklich zu machen.

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​Je mehr man sich mit dem beschäftigt, was man schon hat und schon erreicht hat und je weniger man nach Dingen sucht, die man noch nicht hat, desto weniger Grund zur Unzufriedenheit und Nörgelei mit sich selbst hat man.

Das alles kann dir helfen, insgesamt glücklicher zu werden.

​Denn Unzufriedenheit oder das Gefühl, benachteiligt zu sein, entsteht meist durch:

  • ​das Konzentrieren auf unerledigte Dinge
  • ​sich zu viel vornehmen und dabei selbst überfordern
  • ​das Festhalten an altem Schmerz und negativen Ereignissen
  • den Vergleich mit anderen
  • Neid- und Konkurrenzgefühle
  • das Übersehen dessen, was schon da ist
  • eigene Erfolge nicht bemerken und nicht feiern

Diese Konzentration auf Unerledigtes und Mangel ist wie ein Negativradar, der alles andere ausblendet. Je öfter und länger man sich damit beschäftigt, desto schneller denkt man sich selbst in eine Abwärtsspirale hinein.

Warum solche Muster auf Dauer dann Kraft und Lebensfreude kosten und wie du sie bei dir erkennst, habe ich in diesem Artikel schon einmal beschrieben.​

Zusätzlich hast du aber die Möglichkeit, dich regelmäßig wieder neu auszurichten und deine Gedanken und Gefühle damit in eine positive Richtung zu lenken.

Weg von den alten, ausgetretenen Pfaden hin zu einem neuen Weg. Je öfter du ihn gehst, desto vertrauter fühlt er sich an und desto weniger Kraft musst du aufbringen, um diesen neuen Kurs beizubehalten.

Die Dinge, die wir bereits haben, erscheinen uns so normal und vertraut, dass wir uns gar nicht bewusst machen, wie weit wir schon gekommen sind und wie viel wir bereits in unserem Leben haben, dass uns glücklich macht.

Nur, um das klar zu stellen: Das soll nicht heissen, mache dir das bewusst und gib dich damit zufrieden! Das heisst auch nicht, dass du dann keine Veränderung oder Entwicklung mehr anstreben sollst. Natürlich muss die Steuererklärung auch gemacht werden und es ist auch keine Ausrede, um träge und unmotiviert zu werden.

Ganz im Gegenteil: Indem du erkennst, was du schon hast und wozu du fähig bist, motiviert dich das dranzubleiben und weiterzugehen. Und du tust das dann mit einem positiven Gefühl. Du fühlst dich reich beschenkt und ziehst dadurch noch mehr Positives in dein Leben.

Du wirkst wie ein Magnet auf die Dinge, die genau zu dieser emotionalen Stimmung und Überzeugung passen.

​Du weisst, dass das andersherum, also im Negativen funktioniert, warum also nicht mal den Schalter umlegen und schauen was passiert? Der einzige Grund das nicht auszuprobieren, wäre, dass du nicht glücklicher werden willst. Und das ist auch ok.

Ich habe ein sehr schönes Notizbuch, in dem ich einige Listen genau deshalb führe. Die drei, die ich am häufigsten befülle, beschreibe ich dir hier.

​3 Listen, mit denen du dein Denken verändern und dadurch glücklicher werden kannst:

Liste # 1: Wofür bin ich dankbar?

Das ist eigentlich ein alter Hut. Das Dankbarkeitstagebuch. Hört sich aufwändig an, muss es aber gar nicht sein.

Warum funktioniert das?

Dankbarkeit ist ein Gefühl mit einer hohen Schwingung - ähnlich wie Liebe. Während du in dieser Stimmung bist, kannst du nicht gleichzeitig unsicher, enttäuscht oder wütend sein.

Das funktioniert nicht.

Denn das sind sehr schwere Emotionen, die sich ganz unten in der Emotionsskala befinden.

Durch das Gefühl der Dankbarkeit ziehst du dich sozusagen selbst in eine Aufwärtsbewegung, was deine Stimmung angeht. Du kehrst die Abwärtsspirale, die du bisher erzeugt hast, wenn du dich auf deine Sorgen und Ängste konzentrierst, selbst in eine Aufwärtsspirale um. Sehr praktisch.

Kleiner Fun Fact am Rande: Die Rechtschreibprüfung meines Schreibprogramms, will die ganze Zeit aus “Aufwärtsspirale” - “Abwärtsspirale” machen. Nix da, nicht mit mir ;-). 

Da diese Art zu denken und zu fühlen aber noch keine Gewohnheit ist, wirkt es am Anfang erst einmal nur für die Zeit, in der du dich bewusst in dieses neue Gefühl begibst.

Irgendwann fällst du wieder in deine alten Gewohnheiten zurück. Deshalb ist es wichtig, es regelmäßig zu tun. Je öfter und länger du es praktizierst, desto mehr wirst du merken, wie sich diese neue Art zu denken in dir verankert.

Wenn dir "Tagebuch" oder "jeden Tag  5 Minuten" zu anstrengend klingt oder du befürchtest es zu vergessen, mache es erst mal am Wochenende.

​Es reicht ja schon, wenn du überhaupt anfängst. Mache es auf jeden Fall regelmäßig oder füge zumindest regelmäßig neue Punkte hinzu.

Verstärken kannst du die Wirkung, wenn du dir vor oder nach dem Schreiben alles durchliest, was du schon zusammengetragen hast. Das bringt dich in die richtige Stimmung.

Mit der Zeit fällt es dir immer leichter, diese Liste weiter zu füllen, weil du die Stimmungsveränderung direkt spüren kannst. Das motiviert dich zusätzlich.

Liste # 2: Worauf bin ich stolz?

​Diese Liste ist schon etwas schwieriger. Um Stolz zu empfinden, braucht man ein gewisses Maß an Selbstwertgefühl.

Ja genau. Es darf dir nicht unangenehm sein, dich auch mal selbst zu loben.  

Deshalb fällt diese Lister am Anfang deutlich schwerer als die erste. Aber man kann sich rantasten. Schritt für Schritt.

Wenn es dir schwerfällt, einen Anfang zu finden, stelle dir zum Aufwärmen folgende Fragen:

  • ​Was kann ich jetzt besser als vor 5 Jahren?
  • ​Welche Entscheidung hat mein Leben positiv verändert?
  • ​Was wäre in meinem Umfeld anders, wenn ich nicht gewesen wäre?
  • Aus welcher Erfahrung habe ich etwas Wichtiges gelernt?

​Wenn du dir mehr Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl wünschst, ist diese Liste eine wundervolle Begleitung. Sie hilft dir deine inneren Widerstände und Saboteure zu erkennen und deine Fortschritte für dich selbst sichtbar und spürbar zu machen.

Mit dieser Liste führst du dir selbst vor Augen, was du schon alles bewältigt hast und wie sich manche zunächst unangenehme Erfahrungen im Nachhinein doch als positiv herausgestellt haben. Damit hilft sie dir mutiger zu werden und mit irrationalen Ängsten besser umzugehen.

Du fühlst bei deinen Herausforderungen weniger als Opfer der Umstände und erkennst deutlicher, wie viel Gestaltungsspielraum du in deinem Leben hast.


Liste # 3: Was macht mich glücklich?

​Im Alltag verlieren wir vor lauter Pflichterfüllung und Hektik die kleinen Vergnügungen völlig aus den Augen.

Wir verschieben sie auf das Wochenende, den nächsten Urlaub, den Lottogewinn oder den Ruhestand.

So gut wie nie stellen wir uns die Frage, was wir jedem einzelnen Tag an Vergnügungen hinzufügen könnten.

Dabei können die täglichen Glücksmomente so viel für dich tun.

Zum Beispiel das Gefühl reduzieren, dass man abends auf der Couch hat. Wenn man sich dafür entschädigen will, den ganzen Tage noch keinen Spaß gehabt zu haben. Dann sind die kleinen Knabberfreuden das einzige, was noch so schnell verfügbar ist.

Je mehr Platz für freudige Momente du in deinem Tagesablauf schaffst, desto weniger muss Essen diesen Job am Feierabend übernehmen. Warum das eine der Hauptgründe für abendlichen Heißhunger ist, kannst du hier nachlesen.​
 
Überlege dir, was dir Freude macht. Was hast du früher gerne gemacht, als du noch mehr Zeit hattest? Was würdest du tun, wenn du ein halbes Jahr frei hättest?

​Alles, was deine Kreativität anregt und womit du sie ausleben kannst, macht glücklich. Denn in der Kreativität kannst du deine seelischen Bedürfnisse erkennen. Und sag jetzt nicht, du bist nicht kreativ. Jeder ist kreativ.

Führe diese 3 Listen, um deine Bedürfnisse zu erkennen und dich glücklich zu machen.

Finde heraus, wie du dich ausdrücken kannst. Kaufe eine Zeitschrift. Schau ein Youtube-Video. Hol ein Notizbuch heraus und fang an zu schreiben. Kritzel ein paar Blumen, male sie aus. Benutze ein Malbuch. Bepflanze deinen Balkon neu, dekoriere ein Regal um.

Was auch immer dir hilft, einen Anfang zu finden und ins Tun zu kommen - leg los und finde heraus, was dir guttut.

Dir fällt trotzdem nichts ein? Hier eine kleine Liste mit Vorschlägen zu meist sogar kostenlosen Vergnügungen, die man durchaus auch in Alltag unterbringen kann.

40 Dinge, die mich glücklich machen könnten

  • ​die Sterne beobachten
  • ein Vergebungsritual machen​
  • ​Urlaubsbilder oder Videos ansehen und in die Stimmung eintauchen
  • ein Buch für meine Lieblingszitate anlegen und schön gestalten
  • eine Playlist mit meinen Lieblingssongs anlegen und hören
  • meine Nägel lackieren
  • ​einem Schrank aufräumen
  • ein Regal neu dekorieren
  • meditieren (oder eine Alternative​ ausprobieren)
  • ein Do it Yourself Video auf youtube schauen und nachmachen
  • die Füße dick eincremen und alte Socken anziehen
  • den Sonnenuntergang ausgiebig beobachten
  • einer alten Freundin einfach mal so eine Postkarte schreiben
  • den Vögeln zuhören und versuchen herauszufinden, worüber sie reden
  • Blumen pflücken, Blätter sammeln und herausfinden, wie sie heißen
  • endlich die Gesichtsmaske oder Ampullenkur ausprobieren
  • Tagebuch schreiben
  • in einem Malbuch ohne Erfolgsdruck malen
  • ein Loslassritual machen
  • Herumlümmeln, Rumgammeln, Relaxen oder wie es aktuell heißt: Chillen
  • eine eigene, aufwändige Tee-Zeremonie entwickeln und zelebrieren
  • ​draussen Herumschlendern: möglichst langsam, ohne Ziel oder sportlichen Ehrgeiz
  • neue Blickwinkel einnehmen: Auf welchem Platz sitzt du eigentlich nie? (Wohnung, Balkon, Garten)
  • einen Mittagsschlaf machen
  • auf den Spielplatz gehen trotz Altersbeschränkung
  • mit einem Hund spazieren gehen (im Zweifel beim Nachbarn ausleihen)
  • ein ungelesenes Buch aus dem Regal nehmen, 30 Seiten lesen und dann entscheiden, ob ich weiterlese oder es aussortiere
  • eigenes Gemüse anbauen
  • ​mich selbst für einen Tag krankschreiben und nichts tun
  • im Wald spazieren gehen
  • ein Picknick machen
  • albern lachen und dabei komische Gesten machen
  • einen Schmetterling suchen, ihn beobachten und verfolgen, solange es möglich ist
  • ​Ausmisten: Kleiderschrank, Bücherschrank, Küchenschrank, Stifte
  • in eine Bücherei gehen, herumstöbern und ein Buch ausleihen
  • mit nackten Füssen durch das Gras gehen (erdet und lädt wieder auf)
  • ​Wasser beim Fliessen beobachten
  • tanzen und singen
  • ein neues Bild rahmen und aufhängen

​Suche dir das heraus, was dich anspricht und probiere es aus. Alles nichts für dich? Dann finde deine eigenen Glücklichmacher. Denn eins ist mal klar:

Du kannst nicht glücklicher werden, wenn du nicht weißt, was dich eigentlich glücklich macht.

Glück ist keine kostspielige Angelegenheit. Es kommt nicht erst, wenn du das Eigenheim, die Kreuzfahrt oder das Haus am Meer bekommen hast.

Je mehr Zeit du mit warten und nicht mit leben verbringst, desto mehr Mangel empfindest du. Je mehr du schuftest, um Geld zu verdienen, mit dem du dir Dinge leisten kannst, die dich dann irgendwann vielleicht mal glücklicher werden lassen, desto mehr verschiebst du deine seelischen Bedürfnisse in die Zukunft.

Und was muss dann wieder als kleines, tägliches Glück herhalten? Du ahnst es bereits - Essen.

Indem du diese Listen führst und damit dein Denken langfristig veränderst, kannst du viel erreichen:

  • ​deine seelischen Bedürfnisse erkennen
  • ​mehr Zufriedenheit bekommen
  • ​deinen Selbstwert stärken
  • mehr Energie und Lebensfreude spüren
  • besser durch schwierige Phasen kommen
  • deine Prioritäten besser erkennen und setzen

Es löscht deine negativen Gefühle nicht aus, verstärkt aber die positiven und hilft dir, ihnen mehr Raum zu geben.

Du erkennst, dass du Einfluss auf deine Gedanken und Gefühle und damit auch die Art, wie du dein Leben wahrnimmst, hast. Das bringt nicht nur Verantwortung, sondern auch eine Menge neuen Spielraum mit sich.

Denn du stärkst genau das in deinem Leben, worauf du deine Aufmerksamkeit richtest.

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